7 Formen von Haarsausfall


7 Formen von Haarsausfall

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Haare und warum wir sie brauchen

 

Haare sind lange Hornfäden aus Keratin, die die äußere Oberfläche von Säugetieren bedecken. Es gibt Säugetiere, die nackt sind wie Reptile, zum Beispiel Wale oder Delfine. Sie haben ihre Haare verloren, als sie im Rahmen ihrer Entwicklung in das Wasser zurückkehrten. Ihre Haut ähnelt in jeder anderen Hinsicht übrigens noch sehr stark dem der Säugetiere, ganz im Gegensatz zu Fischen, aber sie haben keine Haare. Man vermutet manchmal, das wäre, weil Haare beim Schwimmen Widerstand liefern würden, doch das stört beispielsweise die Robben nicht, die ein kurzes, dichtes Fell und buschige Barthaare aufweisen. Es hat wohl eher etwas damit zu tun, dass sich Wale und Delphine dauerhaft im Wasser aufhalten und nicht mehr an Land zurückkehren und es deshalb kaum mit den Einwirkungen von Sonnenstrahlung und deren Abwesenheit und von Wind zu tun haben. Sie halten sich in temperaturstabilen Regionen auf.

Manche Landsäuger haben sehr wenige Haare, zum Beispiel Elefanten. Sie sind so spärlich behaart, dass ihre Haare auch gar nicht wärmen, sondern sogar ganz im Gegenteil Wärme von der Haut abhalten können. Nashörner, die früher noch an vielen Stellen der Erde vorgekommen sind, leben heute fast ausschließlich in heißen Klimazonen und haben bedingt durch diese Hitze nur an den Spitzen der Ohren und am Schwanz Haare, dafür aber Hornplatten als Schutz einer Haut, die sich nicht pigmentieren kann. Gäbe es in Afrika schwarzhäutige Nashörner, hätten diese eine dünnere Haut. Das wäre wahrscheinlich auch so, wenn sie behaart wären wie Elefanten, deren Haut hat auch weniger Horn. Aber früher einmal gab es ein Wollnashorn in Sibirien, das etwa so wie ein Schaf ausgesehen haben muss, und keinen Panzer hatte, und auf Sumatra, wo es auch mal kühl und feucht werden kann, lebt heute noch ein Nashorn mit relativ dichten Zotteln am Bauch, das eher wie ein Elefant aussieht als ein Nashorn.

Allen behaarten Lebewesen ist es gemeinsam, dass sie ihre Nachkommen an die Brust nehmen und stillen. Es gibt keine behaarten Reptilien und Vögel. Die frühe Intimität zwischen Mutter und Kind, die beim Stillen entsteht, diese Form der Kindheit und die  oft lebenslangen Bindung eines Tieres an seine Mutter, die dabei häufig entsteht, das ist in der Geschichte der Erde eine späte Entwicklung gewesen. Der erste Schritt begann vor etwa 300 Millionen Jahren, als sich im Zeitalter des Oberkarbons Sauropsiden von Synapsiden trennten. Von den Sauropsiden, zu denen auch die Dinosaurier gehörten, sind heute Reptilien und Vögel übriggeblieben. So lange an einem Tag die Sonne schien, beherrschten diese Lebensformen die Erde, sie waren allen anderen überlegen. Doch sobald die Sonne unterging, kamen die Synapsiden hervor. Sie waren nachtaktiv, und sie schufen sich Lebensraum, weil die Vorfahren der Reptilien keine Temperaturregulation hatten und nachts unter der Kälte erstarrten, und die Vorfahren der Vögel dann schliefen. Tagsüber verbargen sie sich in Höhlen und anderen Verstecken, drückten sich dort eng an eng an ihre Jungen. Um aktiv sein zu können, mussten nachtaktive Tiere lernen, ihre Temperatur unabhängig von der Umgebung zu regulieren. Das war die Geburtsstunde der Haare. Auch das Gehirn der Tiere und dessen Fähigkeiten begann durch die Nachtaktivität zuzunehmen. Die Säugetiere wurden dabei im Laufe der vielen Millionen von Jahren die intelligentesten unter den Tieren überhaupt, wodurch sie auch nach und nach trotz der kleineren Gestalt zu den Herrschern der Tierwelt wurden. So wurde die Grundlage dafür geschaffen, dass vor etwa zweieinhalb Millionen Jahren auch der Mensch entstand.

In der Entwicklung des Lebens bedeuten Haare also eine große Errungenschaft, werden zur Wurzel der Überlegenheit einer neuen Lebensform. Wo eine Eidechse noch heute nachts aufgrund der Kälte zum Scheintod erstarrt, und erst von den wärmenden Strahlen der Morgensonne zum Leben erweckt werden kann, stehen einem Säugetier tags wie nachts dauerhaft Kraftreserven zur Verfügung. Tagsüber absorbieren Haare Wärmestrahlung und UV-Strahlung, sodass man nicht leicht überhitzt, nachts dienen sie zur Wärmedämmung. Haare können auch bei Tieren, die sich viel im Wasser aufhalten, einen ausgezeichneten Flüssigkeitsschutz liefern, sobald man sie einfettet, wie beispielsweise der Biber weiß. Ihm wird im Wasser nicht kalt, selbst wenn dieses eisig sein sollte. Säugetiere, die gut mit Talgdrüsen ausgestattet sind, können auch lange im Regen stehen, ohne dabei Schaden zu nehmen. Fehlen diese Talgdrüsen allerdings, so wie das etwa bei Moschusochsen der Fall ist, wird der Regen zur akuten Bedrohung für die Gesundheit. Ähnlich geht es ja dem Menschen, dessen Körperhaare so spärlich sind, dass es nicht viel hilft, sie zum Schutz vor dem Wasser mit Talg einzufetten. Aber auch wir nutzen Haare, um Flüssigkeit abzuwehren. Unsere Augenbrauen und Wimpern nehmen überschüssige Feuchtigkeit auf, wenn wir schwitzen, und verhindern dabei, dass uns bei großer Hitze Schweiß in die Augen läuft.

Wenn Menschen durch eine schwere hormonelle Störung oder eine Autoimmunkrankheit der Haut oder durch Chemotherapie ihre Haare verlieren, ist das eine eingreifende Veränderung. Sie werden dadurch einer wesentlichen Errungenschaft beraubt, und das spürt man. Gerade der Kopf ist dann, wenn dort die Haare ausgefallen sind, schutzlos den Temperaturschwankungen ausgesetzt. Aber die seelische Auswirkung von Haarverlust geht weit tiefer, denn Haare und ihr Aussehen haben nicht nur einen mechanischen Nutzen, sondern sind mit unserem Selbstbild, unserer Identität, innig verwoben. Besonders das Kopfhaar bestimmt deutlich mit, wer wir sind. Der morgendliche Blick in den Spiegel dient zu einem Großteil unseren Haaren, und wie sie heute aussehen. Ob wir einen Bad-Hair-Day haben oder eben einen Tag, an dem es uns gut geht. Der älteren Generation, die mit dem Fernsehen aufgewachsen ist, wird das Bild der jungen blonden Geschäftsfrau aus den 1970er Jahren unvergesslich sein, die über viele Jahre in der Fernsehwerbung mit perfekt sitzendem Kopfhaar aus dem Flugzeug stieg, kampfbereit wie ein James-Bond-Girl, und elegant wie ein Filmstar, weil sie Haarspray benutzte. Eine markige Männerstimme nannte dann die Namen verschiedener Städte und die Uhrzeit, um hinzuzufügen: „Die Frisur sitzt.“ Zu jeder Gelegenheit tat sie das, trotz aller möglichen klimatischen oder seelischen Einwirkungen, vor allem aber entgegen allen Anzeichen von Erschöpfung, die schwächere Naturen gezeigt hätten.

Die Haare übernehmen hier seelisch die Rolle, die das Federkleid bei einem Vogel spielt, und das dieser für Imponier- und Drohfunktionen nutzt. Wir werden imposanter, wenn unsere Haare schön sind. Aber unsere Haare stehen uns auch zu Berge, wenn wir erregt werden und kämpfen oder fliehen müssen, das heißt, wenn unsere Nebenniere und damit unser Hormonsystem beansprucht werden. Vertraut ist uns hier ist das Bild einer fauchenden Katze, die sich durch Aufstellen ihres Fells optisch vergrößert, da ein größerer Widersacher den engeren Kreis betreten hat. Aber ein sich Aufplustern macht auch attraktiv. Das gilt auch für den Menschen. Wenig bekannt ist die Tatsache, dass Frauen Männer mit buschigen Augenbrauen sexuell attraktiver finden. Dass sie einen Dreitagesbart attraktiv finden, und dass ein Vollbart bei einem Mann das Gefühl vermittelt, er könnte ein guter Vater und Versorger der Familie sein. Je länger und fülliger das Haupthaar einer Frau, desto fruchtbarer scheint sie den Männern zu sein, und tatsächlich bewirkt der Anstieg von Östradiol in den Tagen der größten Fruchtbarkeit durch Flüssigkeitseinlagerung in der Haut dafür, dass die Frisur auch besser sitzt, fülliger und prächtiger wird. Üppige Haare wirken, wie zahlreiche Untersuchungen belegen, bei beiden Geschlechtern anziehend, sie sind Zeichen von Vitalität und Jugendlichkeit. Es stellen sich uns die Haare ja aus verschiedenen Gründen auf: Durch Angst, allgemeine Erregung, aber auch durch sexuelle Lust. Wir können davon eine Gänsehaut bekommen, weil der Muskel, der die Körperhaare bewegt, sich anspannt. Wir sehen davon die Wölbung der Haut, aber wer die Sache genau betrachtet, merkt, dass einem, wenn man Gänsehaut hat, wirklich die Haare zu Berge stehen. Dieses Phänomen zeigen auch die dichten und etwas längeren Nackenhaare unter dem Ansatz des Kopfhaars. Bei vielen Tieren vergrößert sich durch Haaresträuben der Körper scheinbar und wirkt mächtiger, eindrucksvoller, begehrenswerter. Auch beim Menschen ist das so.

Eine schlaffe Frisur, struppige Haare, durchscheinende Kopfhaut, Glatzenbildung und graue Haare lassen einen hingegen älter aussehen. Es besteht hier ein enger Zusammenhang zwischen dem Zustand des Hormonsystems und dem Zustand der Haare, und tatsächlich spiegeln die Haare auch objektiv, wie gesund der Mensch auf hormoneller Ebene ist, und wie belastbar seine Drüsen sind. Es geht hier vor allem um den Zustand der Schilddrüse, der Nebenniere und der Geschlechtsdrüsen, der größten Hormondrüsen des Körpers. Da in meiner Arztpraxis vor allem Menschen mit hormonellen Störungen kommen, geht mein Blick bei der ersten Begegnung unwillkürlich auf die Frisur, auf die Behaarung des Gesichtes und des Körpers, um einen ersten Eindruck zu bekommen, womit wir es zu tun haben.

Die Schilddrüse ist vor allem für das Kopfhaar zuständig. Wenn eine Schilddrüse in die Überfunktion geht, fällt das Kopfhaar in Büscheln aus, und ist sie leistungsschwach und befindet sich in der Unterfunktion, wird das Haar dünn und wirkt struppig.

Die übrige Behaarung des Körpers hängt eng mit der Bildung von Androgenen zusammen. Der Mann bildet einen Großteil davon im Hoden, und dieser hat im Laufe des Lebens eine konstante, wenn auch ab der Lebensmitte abnehmende Funktion. Androgene werden bei der Frau nur in der Nebenniere gebildet, in einer sensiblen Schicht, die bei Stresseinwirkung nach und nach angegriffen wird. Das erklärt, warum Frauen unter Stress nach und nach haarloser werden, das allerdings in Körperregionen, wo das prinzipiell weniger beachtet wird.

Es ist ja so, dass sich Mann und Frau vor allem in Bezug auf ihre Körperbehaarung unterscheiden, und hier das Prinzip gilt: Je weniger Haare die Frau hat, desto attraktiver ist sie auch für den Mann. Tatsächlich stimmt es ja auch, dass das Testosteron beim Mann und die anderen Androgene ihn sexuell aktiv und fruchtbar machen, eine Funktion, die bei der Frau durch die Östrogene erfüllt wird, die die Funktion körpereigener Androgene unterdrücken und zugleich ein eher haararmes Erscheinungsbild hervorrufen. Wenn eine Frau da ein üppiges Wachstum von Haaren an den Beinen oder auf der Oberlippe hat, wird das als männliches Merkmal empfunden, und sie ist auch etwas weniger fruchtbar, da ein Östrogenmangel besteht. In manchen, sehr seltenen Fällen liegt da auch eine so starke Bildungsstörung von Hormonen vor, das eine deutliche Vermännlichung dadurch entsteht, das androgenitale Syndrom, bei dem auch das äußere Geschlecht männlicher wirkt und Unfruchtbarkeit besteht.

Ist es also ein schlechtes Zeichen, wenn einer Frau Haare im Gesicht wachsen, wenn ihre Augenbrauen buschig sind und zusammenfließen und auf der Oberlippe ein Bart wächst? Nein, in den meisten Fällen ist der Überschuss an männlichen Hormonen nicht schädlich und ganz im Gegenteil Ausdruck einer leistungsaktiven Nebenniere, ein Ausweis für eine besondere Vitalität, und ein Zeichen dafür, dass die Stressresistenz dieser Frau groß ist und ihre Gesundheit sehr stabil. Denn eine Frau bildet Androgene nur in der Nebenniere, und eine gesunde Nebenniere ist der Schlüssel für geistige, körperliche und seelische Kraft. Wenn diese durch die Belastungen unseres Lebens angegriffen wird, gehen nach und nach die Körperhaare aus. Manche Frauen werden da oft erleichtert feststellen, dass sie sich nicht mehr so oft die Augenbrauen zupfen oder die Beine rasieren müssen, doch diese Erleichterung ist eigentlich fehl am Platz, denn der Rückgang der Haare geht Hand in Hand mit einem Rückgang der Leistung der wichtigsten Stressdrüse, und leitet nicht selten auch eine Phase der schlechteren Regulierung der Geschlechtsfunktionen ein. Wo die Androgenbildung zurückgeht, verliert die Nebenniere auch mehr und mehr die Möglichkeiten, Östrogene und Gestagene zu bilden. Spätestens in der Mitte des Lebens, wo die Eierstöcke der Frau ihre hormonbildende Kraft verlieren, kann sich das dramatisch auswirken. Da wird dann die Zeit der Wechseljahre zum hormonellen Umsturz, bei dem es mitunter zu einem völligen Fehlen von weiblichen Geschlechtshormonen kommen kann, weil die Nebenniere davon nichts mehr bilden kann. Diese Menschen weisen dann nur mehr sehr dünne Augenbrauen auf, mit Haare, die besonders auf der Außenseite völlig ausgefallen sind, und es besteht nur eine sehr spärliche Körperbehaarung. Eine ausgeprägte Nebennierenschwäche kann hier in manchen Fällen auch mit einer völligen Haarlosigkeit einhergehen, von der dann im letzten Stadium sogar das Haupthaar betroffen ist.

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